Tagebuch-Gedichte
Die Geschichte
vom Kieselstein
der stetig Kreise
in meinem Lebensfluss zieht
Und dann fiel der Kieselstein aus deinem Stiefel und als ich ihn aufhob, schien er mir als das Kostbarste, das ich je auf meinem Weg gefunden hatte.
Ich küsste ihn und warf ihn in meinen Lebensfluss. Dort zieht er nun seine Kreise.
Und manchmal bricht sich die Sonne in ihnen und lässt Kaskaden voll glitzernder Farben aufsteigen und in den Regenbogen der Liebe wachsen.
Und manchmal lässt er die Untiefen seines Weges in die moorigen Sümpfe unserer Ängste erkennen.
Doch gelingt es uns immer wieder, ihn zu küssen.

130 Seiten
mit 7 Aquarellen aus dem Zyklus "Akte Paare" von Heinz Spicka
bestellung

Der neue Mann
Elektrifiziert
Nur noch einmal schlafen ...
Doch glaube ich
Regenbogen
Männerstoff
Gute Nacht
Atem
Es wäre nicht ich
So reich bin ich
Mich finden lassen
Liebesinsel

Nähe
Mutlos
Ängstige dich!
Denn sie wissen nicht
Der Weg des Herrn
Blutungen
Schwanengesang
Schattenspiele
Scherbengericht
Vorbei?
Wenn die Liebe vergeht
Ein ernstes Gespräch

Mutig
Ich lehne mich an meine Liebe
Ich kann es
Die Liebe Gottes
Wissen ist Macht
Verstehen lernen
Taufe
Antwort
Leer
Spiegel
Märchenprinz

I. Als der Stein ins Rollen kam
Männerstoff

Und es gibt doch noch Helden
Sind sie auch dünn gesät
Ist's plötzlich doch passiert
Dass einer vor mir steht

Und steht
Und steht
Und fällt nicht um
Und ich steh da
Und schau sehr dumm

Männer
die heldenhaft
vor mir stehen
Hab ich noch nicht
sehr oft gesehen

Und er schaut
Und schaut
Und fällt nicht um
Und es wird ihm
auch nicht zu dumm
Dass ich es
gar nicht fassen kann

Steht wie ein Baum
Schaut wie ein Mann
Spricht nicht zu viel
Und spielt sein Spiel
Nicht
wie ein groß geratenes Kind

Stoff
aus dem wahre Männer sind

Nur noch einmal schlafen….

Was kribbelt da in meinem Bauch?
Ach die Püppchen wiegen
Sich um Mitternacht im Tango
Wollen endlich fliegen

Als bunte Schmetterlinge schweben
Umgaukeln deine Männlichkeit
Doch es behindert sie dabei
Ihr viel zu lang getragenes Kleid

In das sie so lang eingebettet
Satt in ihrer Ruhe dösten
Bis deiner Stimme Sphärenklang
In ihnen diesen Wunsch auslösten

Ihrer Bestimmung zuzueilen
Aus ihrer Panzerung zu schlüpfen
Die deshalb aufgeregt wie nie
Tanzend in meinem Bauch rumhüpfen

Ach ihr Lärvlein schlaft noch einmal
Bewahrt Ruhe und schöpft Kraft
Damit ihr eure Selbstbefreiung
Morgen dann auch wirklich schafft

Doch glaube ich

Zarte
fast unsichtbare Blüten
schwirren durch die Luft
Doch glaube ich
Wir schmecken beide
ihren süßen Duft

Auf lichten Engelsflügeln
schweben Lächeln durch den Raum
Doch glaube ich
Sie erhellen
auch deinen Sehnsuchtstraum

Auf einem Spinnwebseil
wandern versonnene Blicke
Doch glaube ich
Das Seil ist stärker
als so manche Stricke

Auf federleichtem Atem
zittert die Lust ganz leis'
Doch glaube ich
Dass davon
auch deine Leidenschaft weiß

Mit weit geöffneten Armen
wird das von mir begrüßt
Wovon ich nicht nur glaube
Dass es die Liebe ist

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Nur Liebe
Hochwasser
Sommer
Jungle Tumbling
Das süße Salz der Lust
Das große Glück
Kompensation
Meditation
Traumeinladung
Die Kraft der Müdigkeit
Wie ich dich liebe

II. Als ich den Kiesel fand

Nur Liebe

Da war
dieses kleine kalte Zimmer
Und da stand dieses Bett
Das schon für einen
zu klein

Und ich spürte
Wie mich
die Erwartenshaltung
mit ihren tödlichen Armen
umfangen wollte

Doch
Da warst du
Und nahmst mich
in deine Arme

Und ich spürte
wie die Schnörksel
meiner Liebe
wegbrachen

Und nur
die Liebe blieb

Das große Glück
erträgt sich oft nicht leicht
Fast unglaublich
was da so heranschleicht


Ein Genick das sich versteift
Auch ein Kreuz das sich verreißt
Ein Zahn der plötzlich ausfällt
Durchfall der sich einstellt

Ein Auge das verquillt
Eine Nase die anschwillt
Und dann schnarcht
in dunkler Nacht
Sodass liebend man durchwacht

Hautstellen die abschuppen
Sich röten oder jucken
Pickeln Pusteln Krusten
Und ein Morgenhusten

Ein Knirschen in den Knien
Im Ellbogen ein Ziehen
Ein Sodbrennen zur Qual
Und schon wieder Durchfall

Und kommt es dann so weit
Dass man vor Müdigkeit
In Sofaecken eindöst
Vom großen Stress erlöst
Den Glück oft mit sich trägt

Kann sein dass man sich frägt
Ist das wirklich Liebe
Die austreibt solche Triebe?

Doch wie ich es auch drehe
und wende
Was ich sehe
Vor allem was ich spüre
Kann höchstens Prüfung sein
Die körperliche Pein


Denn leicht sind zu ertragen
Für das Gefühl im Magen
Das bei deinem Anblick
Sich einstellt süß und flau
Des Körpers Wirklichkeiten
Sind sie auch noch so rau

Wenn durch meinen Bauch
In riesengroßen Schwärmen
Die Schmetterlinge ziehen
Und sich im Lichte wärmen

Das deiner Augen Sonne
Nur Blüten lässt erblühen
Tief in meinem Herzen

Dann
gibt es keine Schmerzen

Kompensation

Und ich
hülle mich in dein Handtuch
Und ich küsse
deine Zahnbürste

Sehe aus meinem Weihnachtsstern
Fliederblüten wachsen

Fasse den Kieselstein
der aus deinem Stiefel gefallen ist
in einen Rahmen aus Licht
Und hänge ihn
an die goldene Kette
meiner Sehnsucht

Oder?
Küsse ich den Kieselstein

Hülle das Handtuch
in meinen Weihnachtsstern
Umrahme meine Sehnsucht
mit goldenen Fliederblüten
Und bürste meine Zähne
mit der Erinnerung
an deine Küsse?

Egal!
Denn ich Wahrheit
liebe ich das Licht
das aus deinem Stiefel
auf meinen Weg fällt

Das große Glück
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III. Der Stein des Anstoßes
Das einsame Glück
Interaktion
Wurmfortsatz
Winter
Rapunzel
Entfernungen
Teuflisch
Und Barbie lacht
Der Fluch des Denkens
Geliebt werden

Der Fluch des Denkens

Ich sitze hier
und denke
Wo ist mein Gefühl?
Wo ist meine Liebe?
Wo ist denn nur mein Spiel?


Ich sitze hier
und denke
Warum
Und auch Wozu?


Bin irgendwo geblieben
Und denk' doch
Wo bist du?

Wurmfortsatz

Und dann stehst du neben mir
Und wirfst nur einen Schatten


In dessen dunkler Kühle
der Wurm in mir
zu einer bewegungslosen Puppe erstarrt
um den Schmerz der Kälte
nicht zu spüren

Und erst
die Wärme deiner Hand
lässt ihn sich wieder ägnstlich regen


Und mich erkennen
Dass längst schon wieder
das Sonnenlicht deiner Liebe
auf meinen Weg scheint

Interaktion

Ich und Du
ist kein Wir
Höchstens ein
Wir Beide


Mir und Dir
ist kein Uns
Höchstens ein
Uns Zwei

Wir Zwei Beide
ist kein Gemeinsam
Höchstens ein
Miteinander


Doch auch
Miteinander
ist ein Weg
Den man nicht
allein
gehen soll

Teuflisch

Da sind sie wieder
Diese kleinen wohlbekannten Teufelchen
Die ihre Zweifel in mein Herz bohren


Und wieder höhnen sie in meinen blick
Und krächzen boshaft und gehässig
In meine leichtgläubigen Ohren

Die bisher deinen Worten lauschten
Und meinem Herzen
Hoffnungslieder sangen


Das nun mit höhnischem Gelächter
erfüllt ist
Und von der Nacht unfangen
Die der Zweifel ständiger Begleiter ist

Und doch
weiß nach dem Dunkel ich das Licht
Weiß ich
dass meine Liebe stärker
Kann ich sie auch
in zweifelsdunkler Nacht
Im Augenblick
erspüren
nicht

 

IV. Versteinerungen
Nähe

Als ich dich suchte
warst du mir nah

Doch als ich dich fand
War von dir
nichts mehr da

Mutlos

Du hast
mich so lang hinaus gestellt
Bis ich
das Tor zu unserem Leben
nicht mehr fand


Nun stehe ich hier
vor der hohen Wand
der Mut- und Hoffnungslosigkeit
In dem viel zu grauen Kleid
der Angst

Und versuche
mit meinen Tränen
die Farben wieder
hervor zu waschen

Die du
meinem Leben gabst
Bevor
du deinen Zaun
so dicht geschlossen hast
Dass ich nur mehr
mich suchen kann

 

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Ängstige dich!

Siehst du nicht?
du schlägst dir den Kopf ein
An der Wand
die dein Horizont ist


Spürst du nicht?
Du trocknest dein Blut aus
In dem See
der nur ein Stauwerk ist

Begreifst du nicht?
Du verkrüppelst die Hand dir
An der Macht
die du festhalten willst


Hörst du nicht?
Du schneidest dein Ohr ab
Mit dem Ton
mit dem du dein Ego stillst

Ängstige dich!
Denn dein Herz wird erfrieren
An der Kälte
die deine Angst ist


Blutungen

Wenn meine Tränen
aus den Augen fallen

Und über die Kälte
deiner Grausamkeit springen

Werden sie zu einem
Strom aus Herzblut

 

Vorbei?

Wach ich?
Träum ich?

Lauf ich?
Säum ich?

Stürm ich?
Flieh ich?

Lass ich?
Zieh ich?

Hör ich?
Kling ich?

Steh ich?
Schwing ich?

Leb ich?
Lieb ich?

Ging ich?
Blieb ich?

Wenn die Liebe vergeht

Wenn die Liebe vergeht
Dann war es keine Liebe


Nur das Erblicken
des Spiegelbilds
deiner eigenen Verliebtheit

Gefühle
können nicht vergehen
Du trägst sie in dir
Als Fundament
deiner Menschlichkeit

Darum
Zertrümmere deinen Spiegel
Und blicke in dich

Nur dort
wirst du die Liebe finden

Und sie wird
nie vergehen

 

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V. Als mir der Stein vom Herzen fiel

Mutig

Erst
fühle ich mich einsam
Und es macht mich mutslos

Dann
werde ich ängstlich
Und das macht mich hilflos

Dann
werde ich zornig
Doch die Tränen des Zorns
wecken meine Traurigkeit

Doch
traurig sein können
macht
Mut

Wissen ist Macht

Lerne
Zu wissen
Was du willst

Statt
Dich vor dem zu schützen
Was du nicht willst

Verstehen lernen

Ich will dich verstehen lernen
Weil ich dich
nicht verletzen will

Wäre es nicht genauso wichtig
Dich verstehen lernen zu wollen
Um mich von dir
nicht verletzen zu lassen?

Noch wichtiger wäre
Zu erkennen
Wann der Zeitpunkt
für das Eine oder das Andere ist

Leer

Wenn du
deinen Kopf entleerst
Und dich
in meine Hand begibst

Wenn du
durch meine Hand erfährst
Wie sehr
du dich auch selber liebst

Dann
Kopf und Körper
wunschentleert
in meiner Hand
sich sicher fühlen

Dann
kann ich erneut daran gehen
Mit meiner Liebe
uns
zu füllen

Spiegel

Endlich
Hast du die Augen geöffnet
Und ließest mich
In den Spiegel
Deiner Seele sehen

Und ich sah mich

Und nie zuvor
War mein Spiegelbild
so schön

Märchenprinz

Wenn du glücklich bist
Werden deine Augen
Blau
Wie tiefe Bergseen

An deren Ufern
Sich die Sonne bricht
In ewiggrünen Wäldern

Und der Märchenprinz
Sich seiner Kleider entledigt
Um tief hinabzutauchen
Auf den Grund


Wo eine dunkle Fee
Den Schlüssel
zu meinem Herzen
Versenkt hat
VI. Das Licht aus deinem Stiefel
     auf unserem Weg
Stumm
Unsere Liebe ist
Jetzt-Zeit
Jetzt
Du-erfüllt
Heimat I
Energie
Der Sternenhimmel
Nacht
Wiegenlied
Im Bett der Liebe
Der Wunderbare
Des Weihnachtsmanns neue Kleider
Weihnachts-Sternzeichen
nächste seite
Unsere Liebe ist

Deine Liebe ist
ein rundes Becken
voll warmen kristallklaren Wassers
das alles trägt

In welchem
schimmernd
sich mein Wesen räkelt


Reflektierend das Licht
das Gott
so verschwenderisch
in dichten Strahlenbündeln
über die Welt
schüttet

Meine Liebe ist
ein tiefer Brunnen
voll warmen kristallklaren Wassers
das alles reinigt

Aus welchem
unerschöpflich
mein Wesen sich ergießt


Reflektierend das Licht
das Gott
so verschwenderisch
in dichten Strahlenbündeln
über mich schüttet

Du-erfüllt

Wenn die Müdigkeit
mich zärtlich in die Arme nimmt
Wenn die Lust
in satter Mattigkeit verglimmt


In meinen Augen
Regenbogenlicht aufblinkt
In meinen Ohren
sanftes Wellenplätschern klingt

Sich meine Haut
anfühlt
wie faltenloser Samt
Und in mir
jeder Widerstand erlahmt


In meinem Herzen
sich ausbreitet sichere Ruh'

Schlaf ich geborgen ein
Erfüllt vom Du


Jetzt

Meine Liebe lebt
in deinem Verstehen

Jetzt

Nacht

Da ist die Nacht


Dunkelheit
senkt sich in meinen Kopf
Und meine Träume
ziehen mich
in die Nischen meiner Seele

Kleine Ängstlein
lriechen durch meine Adern
Und kühlen mein Herz

Doch da ist dein Atem

Er bläst
die dunklen Wolken auseinander
Deine Hände
ziehen mich
in die Nischen deines Körpers

Und deine Nähe
erwärmt mein Herz wieder

Auch das ist Nacht


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VII. Kies ohne Kiesel
Verreist
Gut ist es
Allein zuhaus
Selbstgenug
Zuhause
Das ist Glück
Gespür
Ohne dich
Schwindlig
Blumig
Heimat II
Ein Nachtgedicht
Zeitlos
Allein zuhaus

Allein zuhaus
Bin ich
allein mit uns

Und nicht
Einsam
allein mit mir
Das ist Glück

An dich zu denken
Wie du warst

Und nun
Entfernt
Und doch so nah
Zu spüren
Wie du warst


An der Erinnerungm
Mich stärken
Und sie herüber tragen
In das Jetzt
Wo du nicht bei mir bist

Und so zu spüren
Wie du bist
Nicht
Wie du warst

Ohne dich

Ohne dich
bin ich einfach nicht komplett
Ohne dich
ist ein Loch in meinem Bett

Ohne dich
fehlt das Prickeln in meiner Luft
Ohne dich
gibt mein Parfum keinen Duft

Ohne dich
ist das Wasser nicht so nass
Ohne dich
macht das Baden deshalb keinen Spaß

Ohne dich
ist mein Himmel blässlich grau
Ohne dich
stecken meine Hormone im Stau

Ohne dich
ist der Rotwein nur Alkohol
Ohne dich
klingt selbst Mozart so seltsam hohl

Ohne dich
sind die Sterne nur weiße Punkte
Ohne dich
schmeckt Pesto wie Knoblauchtunke

Ohne dich
ist der Vollmond nur eine Scheibe
Ohne dich
ist meine Wohnung
nur Bleibe

Zeitlos

Die Liebe
hat jede Zeit
in der Zeit

Denn
sie ist die Ewigkeit
Ewig ist
nur Jetzt und Hier


So gibt sie Gewissheit mir
Dass sie
immer
in mir ist

Und auch immer
dann mich küsst
Wenn ich sie mit dir verbinde
Dich in meinem Inneren finde
Immer
auf dem Weg zu dir
Bringt sie mich ganz nah zu dir

Was bedeuten
Tage?
Stunden?
Und Distanzen noch so weit?


Die Nähe
lebt in den Sekunden
meiner Liebe Ewigkeit

Als der Stein ins Rollen kam
Als ich den Kiesel fand
Der Stein des Anstoßes
Versteinerungen
Als mir der Stein vom Herzen fiel
Das Licht aus deinem Stiefel
auf unserem Weg

Kies ohne Kiesel
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.

VII.
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