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Taschenbuch

Am 10. September 2005 habe ich eine Lesung abgehalten, im Rahmen der Eröffnung des Leseraumes im Wiener

Begegnungen
Liebes-
Lust- und
Frust-Gedichte
bestellung
€ 15,50
Cafe mit Wohnzimmer-Atmosphäre
for Jazz & Friends
Die junge, entzückende Malerin Doris Hutterer hat in diesem Leseraum etwas ganz besonderes geschaffen. Ihre Wandmalereien geben dem Raum Tiefe und Vergrößerung und eine unverwechselbare Identität.

Den ersten Teil meiner Lesung gestaltete ich als Prosa-Lesung aus meinem Roman "... und Lena liebt"

Als zweiten Teil las ich eine Auswahl aus meinem Gedichtband

140 Seiten

Wie mich manche hier kennen, habe ich in dem Vorgängerlokal unseres Gastgebers, einige Nächte meiner Singlezeit verbracht. Wie sich nachher herausstellte, zu Studienzwecken.
Da kam es schon auch zu so mancher Begegnung. Aber nicht alle hier nun gelesenen haben nur hier stattgefunden.

Die Hymne dieser Tage habe ich in einem für mich sehr interessanten Projekt umgesetzt. Ich habe Springsteen-Musiknummern als Grundrhythmus für Texte im Wiener Dialekt verwendet.

Man könnte diese also auch singen, bzw. natürlich richtig schön grölen.
Ich allerdings werde euch das ersparen. Ich werden die beiden Herren bitten, sie am Klavier zu intonieren und dann werde ich sie
lesen.

Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Schwoarze launge Hoar
Lederjackn
Goldkreiz auf da Brust
A gaunzer Maun!
Der weckt in mir die Lust

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er wirklich a Maun
Der aner Frau a Lust bereiten kaun

Der Typ mit mir a poa Wodkas trinkt
In seine Augen es knoihoart blinkt
I schau eam auffordernd ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht

I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i für sie net gut genug sein kaun

Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Kurze blonde Hoar
Designeraunzug
Handy und Notebook
Gepflegter Maun!
Bei dem i mehrmois schluck'

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er scho a Maun
Der aner Frau an Spaß mochn kaun

Der Maun mir oatig Komplimente mocht
Strahlend in meine Augen locht
A i schau strahlend eam ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht

I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i mi sunst nimmermehr lösn kaun

Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Schüttre graue Hoar
Gescheite Augen
Sensibler Mund
Ein kluger Maun!
Des ist für mi a Grund

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
schaut aus ois warat er a soicher Maun
Der auf a Frau a no eigeh kaun

Der Maun gescheite Gespräche fiart
Über des was er aun mir gspiart
I schau eam zuastimmend ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht

I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu ihr Gefüh i net valetzn kaun

Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Freche Augn zwa
Enge Jeans und foitenlose Haut
A junger Maun!
Und söten guat gebaut

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
schaut aus ois warat er so a Maun
Der von de Frauen nie genug kriagn kaun

Der Burli spricht von seiner Einsaumkeit
Und wia schee Erwochen war zu zweit
Verständnisvoll schau i eam ins Gsicht
Do sogt der Bua:
Täusch dich in mir nicht

I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch die Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
A so a Frau suach i ois Freind scho laung

Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
A Maun ohne Hoar
Muskeln aus Stoi
Da Blick wia Eis
A starker Maun!
Mir wird gaunz heiß

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er endlich a Maun
Der aner Frau no an Herrn zeign kaun

Der Maun fixiert auf meinen Busen stiart
I sich genau daß si bei eam wos riart
Und schau erwoatungsvoi eam ins Gesicht
Do sagt der Maun:
Täusch dich in mir nicht

I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i vor dera Frau
Respekt haubn kaun

I hob bei mir daham a leeres Bett
Wäu jeda Maun glaubt
Der so nebn mir steht
Daß des fia mi etwos Besonderes is
Wenn ana mi respektiert
Stott küßt

I hob bei mir daham a leeres Bett
Und maunchmoi denk i ma
Des gibts do net
I bin nix Bsonderes
Bin nur a Frau
Und maunchmoi hätt i hoit gaunz gern an Mau

Und die Moral von dera Gschicht?
Wüst du an Mau
So findst eam nicht

Denn bist a Frau
Und net a Köllerfee
Hot plötzlich jeda Mau
Aungst vua sein eignen Schmäh

Hungry heart
Das Motto meines Buches "Begegnungen":
Gestern du
Morgen er

Wichtiger jedoch
erscheint es mir
dass heute
ich
bei mir bin
Die erste Begegnung:
Für G.
stand unter dem Motto
Der Mensch
ist das einzige Lebewesen
das mit beiden Beinen
auf dem Boden stehend
fliegen kann

Gefunden I

Du bist das Gefühl
Das spüre ich
Verschließe dich nie
Das wünsche ich

Du bist das Licht
Das sehe ich
Du bist die Wärme
Erkalte nicht

Du warst meine Suche
Jetzt fand ich dich
Du bist die Liebe
Ich liebe dich

Ich liebe die Welt

Ich liebe die Welt
Darum liebe ich dich
Nicht dich liebe ich
Und darum die Welt

Du bist
Was mir an der Welt gefällt
Du bist der Mann für die Liebe
Für mich

Ewigkeit

Deine Lippen
      Zärtlichkeit
Deine Zunge
      Sinnlichkeit
Deine Haut
      samtene Weichheit
Deine Hand
      sanfte Erfahrenheit
Dein Atem
      meine Trunkenheit
Deine Augen
      meine Versunkenheit
Dein Geschlecht
      voll Männlichkeit
Mein Wunsch
      nach Unendlichkeit
Deine Angst
      meine Verwundbarkeit
Meine Sehnsucht
      die Verbundenheit

In meinem Herzen
      ist die Reinheit
In meinem Gefühl
      die echte Wahrheit

Deine Berührung
      ist Vergangenheit
Doch meine Liebe
      ist die Ewigkeit

Gefunden II

Ich bin mein Gefühl
Ich spüre mich
Du bist was du bist
Und ich spüre dich

Ich bin das Licht
Darum sehe ich dich
Ich bin die Wärme
Will wärmen dich

Ich suchte dich nicht
Doch nun fand ich dich
Ich bin die Liebe
Ich liebe dich

Dann ein Intermezzo
Für B.

Vergessen

Er stand da
Und er sagte
Ich hab mich so auf dich gefreut
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen

Er sah mir in die Augen
Und er sagte
Du hast mir so gefehlt
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen

Er nahm mich bei der Hand
Und er sagte
Ich hatte Angst daß du nie wiederkommst
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen

Ich sagte
Laß mir Zeit
Und er sagte
Nein!
Ich habe zwei Jahre lang
auf diesen Augenblick gewartet
Und ich?
Ich habe mich vergessen

Die nächste Begegnung
Für A.
stand unter dem Motto
Weib!
Wenn du
zum Manne gehst
Vergiss
den Kognak
nicht

Große Liebe

Ein Bier ein Schnaps
      Dann siehst du mich
Ein Bier ein Schnaps
      Dann willst du mich

Ein Bier ein Schnaps
      Du sprichst mit mir
Ein Bier ein Schnaps
      Willst mehr von mir

Ein Bier ein Schnaps
      Du greifst nach mir
Ein Bier ein Schnaps
      Willst alles an mir

Ein Bier ein Schnaps
      Du liebst mich sehr

Kein Bier kein Schnaps
      Willst mich nicht mehr

Die Begegnung für M.
Nun, die war schon weitaus intensiver und höchst turbulent

Es ist

Es ist!

Es ist wie es ist
Es ist!

Es ist was es ist
Es ist!

Es könnte nicht sein
Nicht so oder so
Es ist!

Nicht weil ich es will
So oder so
Es ist!

Dieses „Es ist"
Einfach du bist
Es ist!

Es ist wie es ist
Es ist was es ist
Es ist!

Herzförmig

Herzförmige Gedanken
      die auf Blütenmeeren schwanken
Sternschnuppen
      die in meine Wünsche fallen
Träume
      die sich aus rosa Wolken ballen
Erwachen
      das wie Morgentau glänzt
Freude
      die die Schule des Lebens schwänzt
Lachen
      das sich wie Perlen reiht
Zeit
      als Beginn der Ewigkeit
Tränen
      die wie Glühwürmchen blinken
Feuer
      die in der Sonne versinken
Ein Engel
      der durch das Zimmer geht
Regen
      der nur aus Rosen besteht
Feenhände
      die Worte schenken
Sternchen
      die das Schicksal lenken
Himmel
      der vor mir niederkniet

Ich glaube fast…
Ich bin verliebt!

Aber dann ...

Jugend

Wenn deine braunen Augen
In meine Augen lachen
Wenn deine vielen Worte
Späße mit mir machen
Bin ich so jung wie du

Wenn deine Hände führen
Die Hand mir dich zu berühren
Wenn deine Lippen streicheln
Und meine Haut umschmeicheln
Bin ich so jung wie du

Wenn dich dann Ängste schrecken
Und du willst dich verstecken
Wenn Zweifel an dir nagen
Und dein Gewissen plagen
Bist du so alt wie ich

und ...

Kalt - warm

Deine Kälte zu spüren
Und gleichzeitig zu spüren
Daß du sie
zu deinem Schutz brauchst
Macht mir Angst

Und diese Angst
Macht mir solchen Ärger
Daß mir
Gott sei Dank
Siedend heiß wird vor Zorn

und deshalb ...

Einfach Männer

Große Männer
Kleine Männer
Dicke Männer
Dünne Männer
Alte Männer
Junge Männer
Einfach Männer!

Über-Männer
Unter-Männer
Stroh-Männer
Milch-Männer
Hinter-Männer
Hampel-Männer
Einfach Männer!

Weihnachts-Männer
Jägers-Männer
Eis-Männer
Kohlen-Männer
Schnee-Männer
Wichtel-Männer
Einfach Männer!

Großmaul-Männer
Hohlkopf-Männer
Kalbsaugen-Männer
Grapschhand-Männer
Schlappschwanz-Männer
Möchtegern-Männer
Einfach Männer!

Zehn kleine Männerlein
Einmal die Liebe trafen
Und alle haben sie nicht erkannt
Wollten sie Lügen strafen

Der erste - ein Mann wie ein Baum
Sie zeigte sich ihm offen
Er warf sein Laub ab und fiel um
Wie von der Axt getroffen

Der nächste wußte ganz genau
Was die Liebe macht
Doch sie sollte zu ihm kommen
Da waren's nur mehr acht

Dann kam ein Arschloch angerannt
Sie wollte es gern lieben
Da hat es sie fest angeschissen
Da waren's nur mehr sieben

Der nächste war ein Pornofreund
Er hielt sie für Sex
Als sich ihm die Liebe hingab
Waren's nur mehr sechs

Der sechste dann ein Macho war
Hat sie frech angegrinst
Da grinste sie einmal zurück
Schon waren's nur mehr fünf

Einer wollte über sie reden
Und kam aus diesem Grund zu ihr
Wahrscheinlich redet er immer noch
Da waren's nur mehr vier

Dann trank einer sie sich schön
Und er war ganz high
Weil die Liebe nüchtern blieb
Waren's nur mehr drei

Dann kam der Lustige daher
Und machte viel Geschrei
Doch weil sie still und leise ist
Waren's nur mehr zwei

Der nächste wartete auf sie
Wie vor ihm sonst keiner
Weil warten für sie nicht genug ist
War es nur mehr einer

Dieser eine war so lieb
Hätt' sie beinah geschafft
Ach er log sich selber an
Raubte ihr fast die Kraft

Doch weil sie die Liebe ist
Die nur nach Liebe strebt
Hat sie zehn kleine Männerlein
In Liebe
überlebt

Zehn kleine Männerlein
Ich habe dich
meiner Liebe übergeben
So kann ich
in Freiheit weiterleben

Meine Liebe
muss dir nicht verzeihen
Weil ihr hast du nichts angetan

Meine Liebe
muss nicht nach dir schreien
Weil sie immer bei dir sein kann

Meine Liebe
sehnt sich nicht nach dir
Weil sie dich nicht besitzen will

Meine Liebe
steht immer hinter dir
Und wartet dort auf dich ganz still

Meine Liebe
braucht von dir kein Wort
Weil sie dich hört
Auch wenn du nichts sagst

Meine Liebe
erscheint nur dann von dir fort
Wenn du
sie nicht zu erkennen vermagst

Ich
kann das alles
nicht so gut
Statt dir zu verzeihen
Ist mir ängstlich zumut

Um bei dir zu sein
Brauche ich dich
In der Zwischenzeit
Sehne ich mich

Still abzuwarten
Fällt mir sehr schwer
Und wieso sagst du
zu mir nichts mehr?

Und alles was ich
zu erkennen vermag
Ist
Dass du fort bist
seit jenem Tag

Darum musste ich dich
meiner Liebe übergeben
Denn ich
Will in Freiheit
weiterleben

Übergabe
Dann kam noch eine kurze, sehr harte Sequenz

Kinderaugen

Mit traurigen Kinderaugen
Stehst du in der Ecke
deiner Einsamkeit
Mit dem Rücken zur Wand

Mit hungrigen Kinderaugen
Stehst du vor dem leeren Teller
deiner Liebe
Das Messer noch in der Hand

Mit flehenden Kinderaugen
Stehst du im Gitterbett
deiner Sehnsucht
Und wünscht
dass du es verlassen darfst

Mit grausam harten Kinderaugen
Stehst du vor den Scherben
deines Spielzeugs
Das du vorher zu Boden warfst

Mit furchtsamen Kinderaugen
Stehst du vor dem schwarzen Mann
deiner Angst
Von dem du weißt
dass er auch Menschen frißt

Mit deinen Kinderaugen
Wirst du nie erkennen
Dass du
dieser Mann
selber bist

Und dann ein neuer

Anfang

Und wieder stehe ich am Anfang
Und wieder finde ich in mir den Mut
Zur Liebe
Keinen Hass
Keine Wut
Sogar der Ärger ist verschwunden

Zärtlich lecke ich meine Wunden
Halte tröstend mir die Hand
Sprech Koseworte in meinen Verstand
Streichle mir das Herz wieder warm
Wiege meine Sehnsucht im Arm
Küsse mir die Augen klar
Bin einfach immer für mich da

Mein Leid?
Bereits vom Mitleid abgelenkt
Für dich
Der du hinausgedrängt
Die Liebe

Aus deinem Leben
Nicht aus meinem

Und dann ein ganz entzückendes Intermezzo
Für T.

Stupid girl

Weicher dunkelbrauner Samt
Fließt aus deinen Augen
Wirft Falten in meine Gedanken
Und umhüllt meinen Körper
Mit einem Mantel aus Angst

Heiße zartbittere Schokolade
Fließt aus deiner Stimme
Formt Pralinen aus meinen Gedanken
Und umhüllt mein Herz
Mit einem Mantel aus Sehnsucht

Fragezeichen aus gesponnenem Zucker
Fließen aus deinen Worten
Spinnen Rufzeichen aus meinen Gedanken
Und umhüllen mein Gefühl
Mit einem Mantel aus Selbstzweifel

Erschauernd
Ziehe ich meinen alten Mantel
Fester um mich
Und denke voll Wehmut
An die Zeiten
Als seine Seide noch glänzte
Und
Wenn ich einmal naschen wollte
Nicht gleich jeder
Nur an Diabetes dachte

Ja, und nachdem es doch auch zu lokalspezifischen Begegnungen kam,
lautete das Motto für H.
Und dann
gibt es noch
Männer
Die haben lieber
einen sitzen
als
einen stehen
Das Anfangsgeplänkel will ich euch ersparen, aber dann ...
Grau kriecht der Morgen hoch in mir
Wirft mich ans Ufer meiner Träume
Zuerst du selbst
Dann Traum von dir
Vorbei die Nacht
Die wir verbracht

Hier liege ich
Und denk an dich
Noch spür ich dich
Ich sehne mich
Denk an die Nacht
Die nicht mehr ist

Und will zurück in diese Nacht
Die so viel Zärtlichkeit gebracht

Ein kleines Seufzen dringt zu mir
Bist du noch hier?
Schläfst neben mir?

Ich wage nicht den Blick zu drehen
Aus Angst daß meine Augen sehen
Nur meiner Sehnsucht Gaukelbild
Und daß mein Bett nur Leere füllt
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist

Ich will zurück in diese Nacht
Die deine Nähe mir gebracht

Ein leises Schnarchen folgt nun nach
Und bringt süße Gewißheit mir
Doch ach!
Nun macht die Angst mich wach
Du bist noch hier!
Schläfst neben mir!

Hier liege ich
Und denk an dich
Ganz starr bin ich
Ich fürchte mich
Davor was dein Erwachen bringt
Wenn Morgenhelle in dich dringt
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist

Ich will zurück in diese Nacht
Die deine Liebe mir gebracht

Kann auch der Morgen Liebe bringen?
Wirst du zu Freundlichkeit dich zwingen?
Kannst du mir in die Augen sehen?
Oder wird Fremdheit zwischen uns stehen?
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist

Ich will zurück in diese Nacht
Die Vertrautheit uns gebracht

Da kommt die Hand
Ganz leis und sacht
Die Hand
Die mich nun glücklich macht
Die Hand
So sanft und herrlich warm
Sie zieht mich fest in deinen Arm

Hell geht die Sonne auf in mir
Der Tag ist da
Und du bist hier
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist

Nach dieser Nacht
Die dich gebracht

Der Morgen
Lang hat das Glück offensichtlich nicht gehalten,
nur bis zur nächsten Seite ...

Das Jüngste Gericht

Im Fegefeuer deiner Selbstanklagen
Verbrennst du
Die Erinnerung an jene Nacht

In der ewigen Finsternis deiner Ichbezogenheit
Versenkst du
Was glücklich mich gemacht

Dein schlechtes Gewissen
Nährt die Schlange
Der Interesselosigkeit in deiner Brust

Der Teufel selbst
Verhöhnt das Wunder
Deiner einmal gespürten Lust

Mit einer Sintflut aus Alkohol
Überschwemmst du
Deine verdrängte Not

Aus Höllenangst vor der Erkenntnis
Schlägst du mich in dir
Gleich Abel
Tot

Die Verdammnis deines Opferdenkens
Hält über deiner Einsamkeit
Die Totenwacht

Doch am Tag des Jüngsten Gerichts
Wird Gott vor dir stehen
Und dich fragen

Was hast du mit der Liebe gemacht?

Und schon wieder ein

Abschied

Wenn ich an all die Gelegenheiten denke
Die du an dir vorbeigehen ließest
Einen Freund für's Leben zu gewinnen

Wenn ich noch deine Lippen spüre
Die brennend suchen nach Zärtlichkeit
Und dann die Zärtlichkeit nicht spüren können

Wenn ich noch all die Blicke sehe
So hilflos bittend unbewußt
Doch viel zu blind
Um einen Freund dann auch zu sehen

Dann weiß ich
Es ist Freundschaft
Was da in mir wächst

Aber dann
kam M.
und die Begegnung mit ihm stand unter dem Motto

Endlich?

Endlich ein Mann!
Keine Micky Maus
Kein Macho
Kein fideles Haus
Kein Softie und kein Biedermännchen
Und kein zum Wolf mutiertes Lämmchen
Ein Mann wie ein Mann

Endlich ein Mann!
Mit offenem Blick
Mit gut verwahrtem besten Stück
Mit Händen die ihn halten können
Und Beinen die vor nichts wegrennen
Ein Mann wie ein Mann

Endlich ein Mann!
Kein Phrasenbrabbler
Kein sinn- und wortverdrehender Wappler
Kein abhängiger Machtbeweiser
Kein großgewachsener Zwergenkaiser
Ein Mann wie ein Mann

Endlich ein Mann!
Mit eigenem Willen
Mit Worten die mehr als Gläser füllen
Mit heißem Atem ohne heißer Luft
Mit einem Schrei der nicht nach Hilfe ruft
Ein Mann wie ein Mann

Endlich ein Mann!
Kein Überzeugenmüsser
Kein wehleidiger Umweltbüßer
Kein ewig falsch Verstandener
Kein überall Vorhandener

Endlich ein Mann
Den ich ernst nehmen kann

Ich muss jetzt ein Bild von ihm herzeigen
denn ...

Auch er

Und schon wieder einer
Ich glaubte
Diesmal keiner
Doch auch er
War einer

Er sah nicht aus wie einer
Und er sprach wie keiner
Doch auch er
war einer

Denn er handelte wie einer
Und nicht
Wie keiner
Doch! Doch!
Auch er war einer

Am bestern
erkenne ich
die Männer
immer an dem
was sie
nicht
tun
Und zu seinem Abschied die Frage

Frustlust

Was reimt
sich schon
auf Frust?

Natürlich:
Keine Lust

Aber auch:
Ich hust’
auf das
was du da tust

Wenn ich
aber hust’
Nicht auf die
ganze Lust
Nur auf das
was du tust

Ist es denn
dann noch
Frust?

Zum versöhnlichen Ausklang die Begegnung
mit J.
Da sind ein paar sehr schöne Liebes- und Sehnsuchtsgedichte entstanden.
Ich will euch ein liebes Liebesgedicht vorlesen,
die schmalzigeren lassen wir aus

Das Motto:

Auf der Suche
nach dir
habe ich
mich
gefunden
Heute
Könnte ich die ganze Welt umarmen
Oder sie mit goldenem Schein umrahmen
Heute
Könnte ich sie herzen und kosen
Sie betten auf dunkelrote Rosen
Oder in rosa Zuckerwatte drücken

Mit Lebkuchenherzen
den Äquator bestücken
Am Nordpol
herzförmige Iglus bauen
Für die Mitternachtssonne
einen Vollmond klauen
Auf der Milchstraße
ein Freudenhaus aufmachen
Dem großen Bären
eine kleine Bärin anlachen
Den Urwald
mit Kuscheltierchen besiedeln
Wolkenkratzern
liebliche Ständchen fiedeln

Vergissmeinnicht
in der Sahara pflanzen
Schwanensee
auf dem Meeresgrund tanzen
Wasserfälle
aufwärts hüpfen lassen
Auf Hochwaldmooren
festen Fuß fassen
Rocky Mountains und Alpen
rundlutschen
Auf Schaukeln aus Mondlicht
in den Himmel hutschen

Die Antarktis
mit meinem Atem auftauen
In Eisberge
Löcher in Sternchenform schauen
Das Rote Meer
knallig pink einfärben
Für schwarze Dessous
an Plakatwänden werben
In allen Höhlen
Lichter anzünden
Einen Club
der Lieben-wollenden gründen

Und mit ihnen feiern
Wie man die Liebe liebt

Und all das nur
Weil es dich gibt

Weil es dich gibt
Das Buch endet mit einer ganz bestimmten Begegnung
nämlich mit der Begegnung mit mir
die unter dem Motto steht:
Niemals
entferne ich mich
von mir
Aber manchmal
von dem
was ich
gern sein möchte
Und zum Abschluss
noch einmal aus dem Bruce-Springsteen-Projekt
Diesmal meine ganz persönliche Hymne
Matthias und Erich werden uns nun "Born in the USA" spielen
und ich werde dann wieder lesen statt singen
I wohn in aner Stodt
Die gaunz wos wunderschens hot
Do kaunnst ois Frau a lebn
Und kaunnst da's Leben gebn

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Do kennan Vüle schaun
Weu mir san echte Fraun
Aus an gaunz besonderen Hoiz
Und auf des bin ich stoiz

Mir san voi Lust und Freid
Und voller Sinnlichkeit
Haum a an Mut und a Kroft
Und haum scho so vü gschofft
Wo aundre davo grennt san
Drum bin i so gern do daham

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Scho in der oidn Zeit
Haum sie de Männer gfreit
Haums d'Weana Madln gsegn
Weu daun is immer wos geschegn

Weu mir haum die Männer gern
Und des net nur von fern
Haum gern mit eana a Hetz
Lebn oba a im Jetz
Und wissen scho
wos mir woin
Net wos aner glaubt
daß ma soin

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Lochn vü doch wanan a daun
Waun mir wos zum Wanan haum
Oba des dauert net laung
Daun faung ma von vurn wieder aun
Weu so des Leben geht
Wos jede Frau do vasteht

Weu
I wohn in aner Stodt
De ganz wos besonderes hot
Des san de Fraun de do lebn
Und de si's Leben a gebn

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

I bin a Wienerin
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