Es geschah an einem ganz normalen Nachmittag im Januar 2005.
Plötzlich wurde ich von einer seltsamen Krankheit befallen, der


Klapphornitis

Nie zuvor hatte ich davon gehört und deshalb wusste ich auch nicht, dass ich mich augenblicklich um ein Gegenmittel umsehen musste, wollte ich dieser Krankheit jemals wieder entkommen. Aspirin half nicht. Und die zwei, drei doppelten Kognaks, die ich zu mir nahm, um die Bazillen zu verscheuchen, verstärkten die Symptome eklatant.
Mit rotgeränderten Augen und verkrümmten Fingern saß ich bis in die frühen Morgenstunden an meinem PC und versuchte, mich über dieses eigenartige Phänomen zu informieren.

Als mir
bewusst wurde, dass es mir aber sehr gut damit ging, weil die dadurch oft vollkommen
unmotiviert erscheinend auftretenden Lachanfälle nur meiner Umwelt zu schaffen machten,
begann ich öffentlich über mein Suchtverhalten zu sprechen und zu schreiben.

Dabei machte ich die weitere Entdeckung, dass Klapphornitis ansteckend ist.

Ich werde nun einen Selbsthilfeverein gründen.
Und vielleicht eines Tages ein Lebenshilfe-Buch darüber herausbringen.

Beipacktext:
Vergessen Sie bitte nicht, dass Ansteckungsgefahr besteht,
gegen die kein Kraut gewachsen ist.
Kein Arzt oder Apotheker wird Ihnen jemals helfen können...
Jedoch,
umso mehr ich darüber las, desto intensiver wurden die Krankheitserscheinungen.

Überall und jederzeit kamen mir die blödesten Textzeilen in den Sinn.
Und ließen mich nicht mehr los, bis ich sie in einem aabb-Klapphornvers gebändigt hatte.

Als Nebenwirkung traten dann auch noch gelegentliche Anfälle von Limerickus tantus auf.

Es klappern die Hörner
am klappernden Vers
klipp klapp ...

Am hilfreichsten waren mir die Angaben
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

http://de.wikipedia.org/wiki/Klapphornvers
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nähcste seite
saßen im Cafe
Die eine klagte ach und weh
Sie wollte einen Arzt dann treffen
Die andere traf lieber Neffen
saßen im Cafe

Einträchtig auf dem Kanapee
Und bildeten dort eine Kuhle
Der Neffe rief nach einem Stuhle

saßen im Cafe

Die eine bei einem Baiser
Die andere bei Sachertorte
Ihrer Diät fehlten die Worte

saßen im Cafe
Und spielten mitsammen Romme

Die eine hatte viele Joker
Die andere Hutblumen in ocker

Die eine mit 'nem Dekollete
Fast bis zum Bauch an ihren Blusen
Weil dort befand sich auch ihr Busen
limericki tanti:
Heftigst auf der Violine
Bei Schnitzel mit Salat
Kartoffeln und Spinat

Als Nachtisch gab es Aspirine
home
saßen im Cafe

Die eine schmerzt ihr großer Zeh
Am linken Fuß und auch die Ferse
Der anderen klapphornten Verse

spielten in einer Kantine
saßen im Cafe

Die eine sprach von Fürst Rainier
Die andere machte manchmal "tsch-isch"
Ihr Gebiss lag auf dem Küchentisch

übten auf der Geige
Damit vielleicht Talent sich zeige
Doch quietscht es nur
Statt Moll und Dur

In Töpfen wurden sauer Teige

Eine mit Augen wie ein Reh
Das fand die andere hundsgemein
Die hatte von dem Reh die Bein'

Und hielten sich für Hautevolee
Sie glaubten, dass sie richtig ticken
Der Neffe hielt sie mehr für Zicken
saßen im Cafe
saßen im Cafe

Die eine eine Koryphäe
für Kreuzstichmuster-Tischtuchsticken
Die andere für Neffen zw(!)icken

osterbonus:
saßen auf dem Rasen
Und trafen dort den Osterhasen

Dann suchte eine bunte Eier
Die andere malt sie dem Freier
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Da eine Heilung
in der Zwischenzeit nicht erfolgte,
sind hier noch
einige Auswüchse zu erwarten.
Alle copyrights by Evelyne Weissenbach, 1190 Wien, "Lovieheart" und "Archie+Posy" sind beim Patentamt in Wien gemeldet und musterrechtlich geschützt.
pinkelten mit Socken
Die eine konnte dabei hocken
Die andere musste stehen
Sie hatte feuchte Zehen
plagten ein Klavier
Mit einem Stück zu Händen vier
Eine rutschte vom Pedal
Die andere roch nach Räucher-Aal
saßen im Cafe
saßen im Cafe